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Nachtabsenkung bei der Wärmepumpe: Spart das wirklich Strom?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Kurz gesagtEine starke Nachtabsenkung spart bei der Wärmepumpe meist wenig oder kostet mehr.
  • GrundMorgens muss sie mit höherem Vorlauf und eventuell mit Heizstab aufheizen.
  • Wenn überhauptNur 1 bis 2 Grad, laut Vaillant der sinnvolle Rahmen.
  • BesserKonstant etwas niedrigere Raumtemperatur und eine flache Heizkurve.
  • TestenJe zwei Wochen mit und ohne Absenkung, nur Tage mit ähnlichem Wetter vergleichen.

Bei einer Gas- oder Ölheizung spart die Nachtabsenkung oft Energie. Bei der Wärmepumpe ist es anders: Eine starke Nachtabsenkung bringt meist wenig oder kostet sogar mehr Strom, weil die Wärmepumpe morgens mit hoher Vorlauftemperatur und eventuell mit dem Heizstab wieder aufheizen muss. Hersteller wie Bosch raten deshalb davon ab. Ob bei dir eine leichte Absenkung etwas bringt, kannst du mit einem einfachen Test selbst herausfinden.

Warum die alte Faustregel hier nicht greift

Laut Verbraucherzentrale spart jedes Grad weniger Raumtemperatur rund 6 Prozent Heizenergie. Das gilt bei der Wärmepumpe auch, aber nur, wenn die Temperatur dauerhaft niedriger ist. Bei der Nachtabsenkung kühlt das Haus nur ein paar Stunden ab und muss danach wieder aufgeheizt werden.

Ein Gaskessel schafft das ohne Effizienzverlust, er heizt einfach kurz mit voller Leistung. Eine Wärmepumpe dagegen arbeitet am effizientesten, wenn sie gleichmäßig mit niedriger Vorlauftemperatur läuft. Zum schnellen Aufheizen muss sie den Vorlauf anheben, und jedes Grad mehr Vorlauf kostet laut Bosch bis zu 2,5 Prozent mehr Strom. Reicht die Leistung morgens nicht, springt im schlimmsten Fall der Heizstab an, der dreimal so viel Strom für dieselbe Wärme braucht.

Gas- oder Ölheizung Wärmepumpe
Effizienz beim Aufheizen kaum schlechter sinkt durch höheren Vorlauf
Risiko Heizstab keins bei starker Absenkung möglich
Empfehlung Absenkung meist sinnvoll eher konstant, höchstens leicht absenken

Wann eine leichte Absenkung sinnvoll sein kann

Ganz ausgeschlossen ist die Nachtabsenkung nicht. Vaillant nennt einen Rahmen von etwa 1 bis 2 Grad, wenn überhaupt. Sie kann eher etwas bringen, wenn:

  • dein Haus schlecht gedämmt ist und schnell auskühlt, sodass in der Nacht wirklich weniger Wärme verloren geht,
  • du Heizkörper hast, die schneller reagieren als eine träge Fußbodenheizung,
  • du einen Wärmepumpentarif mit günstigerem Nachtstrom hast. Dann rechnet sich die Frage anders, und manchmal lohnt es sich sogar, nachts eher mehr zu heizen.

Bei Fußbodenheizung in einem gut gedämmten Haus bringt eine Absenkung praktisch nichts, weil der Boden so träge ist, dass die Temperatur nachts kaum sinkt.

Was meist mehr bringt als die Nachtabsenkung

  • Konstante Raumtemperatur auf einem angemessenen Wert. Jedes Grad weniger rund um die Uhr spart mehr als eine starke Absenkung nur nachts. Welche Temperaturen sinnvoll sind, steht unter Richtige Zimmertemperatur.
  • Eine flache Heizkurve. Das ist der größte Hebel, mehr unter Heizkurve einstellen.
  • Thermostatventile offen lassen. Halb zugedrehte Ventile drosseln den Durchfluss, die Wärmepumpe muss mit höherem Vorlauf arbeiten und schaltet öfter ein und aus.
  • Kein Takten. Häufiges Ein- und Ausschalten kostet Effizienz und belastet den Verdichter.

So testest du es selbst

Am verlässlichsten ist ein Vergleich in deinem eigenen Haus:

  1. Zwei Wochen ohne Absenkung: Wärmepumpe läuft konstant. Lies den Stromzähler der Wärmepumpe jeden Tag zur gleichen Uhrzeit ab und notiere die mittlere Außentemperatur.
  2. Zwei Wochen mit Absenkung: Stell eine leichte Absenkung von 1 bis 2 Grad ein und lies genauso ab.
  3. Vergleichen: Vergleiche nur Tage mit ähnlichem Wetter. Eine einzige kalte Woche verfälscht sonst alles.
  4. Komfort prüfen: Achte darauf, ob es morgens in allen Räumen rechtzeitig warm genug ist.

Mit Raumthermometern siehst du, wie stark die Temperatur nachts in den einzelnen Räumen tatsächlich fällt. App-Thermometer zeichnen den Verlauf automatisch auf, dann musst du nicht um 6 Uhr morgens ablesen.

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Und wenn du tagsüber lange weg bist?

Dieselbe Logik gilt für die Tagabsenkung, wenn alle Bewohner bei der Arbeit sind. Ein paar Stunden Abwesenheit lohnen bei der Wärmepumpe meist keine große Absenkung, weil das Wiederaufheizen am Abend mit höherem Vorlauf passiert. Anders sieht es bei längerer Abwesenheit aus: Fährst du mehrere Tage weg, kannst du die Temperatur ruhig ein paar Grad senken, aber nicht so weit, dass Räume auskühlen und Schimmel droht. Viele Regler haben dafür einen Urlaubsmodus, der rechtzeitig vor deiner Rückkehr wieder hochfährt.

Einzelne Räume, die du kaum nutzt, etwa ein Gästezimmer, kannst du dagegen dauerhaft etwas kühler halten. Das ist eine konstante Absenkung und spart, ohne dass die Wärmepumpe täglich nachheizen muss.

Häufige Fragen

Sollte man bei einer Wärmepumpe nachts die Temperatur absenken?

In den meisten Fällen nicht oder nur leicht. Eine starke Absenkung zwingt die Wärmepumpe morgens zu höherem Vorlauf und kann den Heizstab auslösen. Hersteller wie Bosch empfehlen deshalb einen möglichst gleichmäßigen Betrieb.

Wie viel Grad Nachtabsenkung sind bei der Wärmepumpe okay?

Wenn überhaupt, dann nur leicht. Vaillant nennt etwa 1 bis 2 Grad als Rahmen. Ob sich das bei dir lohnt, zeigt der Vergleichstest über einige Wochen.

Lohnt sich die Nachtabsenkung bei Fußbodenheizung?

Kaum. Die Fußbodenheizung ist so träge, dass die Raumtemperatur in wenigen Nachtstunden nur wenig sinkt. Morgens muss trotzdem nachgeheizt werden, die Ersparnis ist gering oder null.

Was ist mit einem günstigen Nachtstromtarif?

Dann ändert sich die Rechnung, weil Strom nachts weniger kostet. In diesem Fall kann es sogar sinnvoll sein, nachts eher normal oder etwas mehr zu heizen und tagsüber zu sparen. Das hängt von deinem Tarif ab.

Fazit

Was beim Gaskessel funktioniert, bringt bei der Wärmepumpe meist wenig: Sie spart am meisten, wenn sie gleichmäßig mit niedriger Vorlauftemperatur läuft. Senke lieber die Temperatur rund um die Uhr ein wenig und stell die Heizkurve flach ein. Wenn du die Nachtabsenkung ausprobieren willst, dann nur um 1 bis 2 Grad und mit einem ehrlichen Vergleichstest.

Über den Autor

Max schreibt bei zu heiß! über Hitzeschutz, Fensterfolien und sparsames Heizen und erklärt die Themen auch in kurzen Videos auf YouTube. Folien, Plissees und Ventilatoren hat er in der eigenen Dachgeschosswohnung ausprobiert.