Mit der Wärmepumpe kühlen: Was passive und aktive Kühlung wirklich bringen
Das Wichtigste in Kürze
- WirkungÜber die Fußbodenheizung wird es einige Grad kühler, passiv laut Viessmann etwa 3 Grad.
- PassivNur mit Erdsonde oder Grundwasser, kostet kaum Strom.
- AktivAuch mit reversibler Luftwärmepumpe, kühlt stärker, braucht mehr Strom.
- GrenzeDer Boden darf nicht unter den Taupunkt fallen, sonst bildet sich Feuchtigkeit.
- HeizkörperKühlen kaum, dafür ist ein Split-Klimagerät besser.
Viele Wärmepumpen können im Sommer auch kühlen, aber nicht wie eine Klimaanlage. Über die Fußbodenheizung wird es einige Grad kühler, nicht eiskalt. Ob das passiv fast gratis passiert oder aktiv mit Verdichter, hängt von der Art deiner Wärmepumpe ab. Und es gibt eine harte Grenze: den Taupunkt, unter den der Boden nicht kalt werden darf.
Passive und aktive Kühlung im Vergleich
| Passive Kühlung | Aktive Kühlung | |
|---|---|---|
| Möglich mit | Erdsonde oder Grundwasser | auch Luftwärmepumpe, wenn reversibel |
| Verdichter | aus | läuft |
| Stromverbrauch | sehr gering (nur Pumpen) | deutlich höher |
| Kühlwirkung | moderat, laut Viessmann etwa 3 Grad | stärker |
| Nebeneffekt | regeneriert das Erdreich für den Winter | Abwärme geht nach draußen |
Passive Kühlung
Bei einer Erdwärme- oder Grundwasserwärmepumpe ist das Erdreich im Sommer kühler als das Haus. Das Heizwasser wird einfach durch die Sonde oder über einen Wärmetauscher geschickt und kommt kühler zurück. Der Verdichter bleibt aus, es laufen nur Pumpen. Das kostet sehr wenig Strom. Laut Viessmann wird es so etwa 3 Grad kühler. Ein schöner Nebeneffekt: Die Wärme aus dem Haus lädt das Erdreich wieder auf.
Aktive Kühlung
Hier dreht die Wärmepumpe ihren Kreislauf um und arbeitet wie ein Kühlschrank. Das geht auch mit Luftwärmepumpen, wenn sie reversibel gebaut sind. Die Kühlwirkung ist stärker, dafür läuft der Verdichter und braucht Strom. Wie viel genau, hängt stark vom Gebäude und Betrieb ab.
Der Bundesverband Wärmepumpe nennt in einer Beispielrechnung für ein Bürogebäude bis zu 80 Prozent weniger Kosten bei passiver Kühlung und etwa 20 Prozent weniger bei aktiver Kühlung im Vergleich zu Klimageräten. Das ist ein Rechenbeispiel, kein garantierter Wert für dein Haus.
Wie viel Kühlung über den Boden möglich ist
Eine Fußbodenheizung nimmt Wärme nur langsam auf. Als grobe Größenordnung: Ist der Boden 22 Grad und die Raumluft 27 Grad, nimmt er etwa 35 Watt pro Quadratmeter auf. Das reicht, um die Hitze zu dämpfen, aber nicht gegen Sonne, die ungehindert durch große Fenster fällt.
Heizkörper kühlen dagegen kaum. Sie haben wenig Fläche, und kalte Heizkörper würden schnell schwitzen. Für Häuser mit Heizkörpern oder heiße Dachgeschosse ist ein Split-Klimagerät die wirksamere Lösung.
Der Taupunkt: die wichtigste Grenze
Warme Luft trägt Feuchtigkeit. Kühlt sie an einer kalten Fläche zu stark ab, schlägt sich Wasser nieder, wie an einem kalten Glas im Sommer. Auf dem Boden bedeutet das Feuchte, Rutschgefahr und auf Dauer Schimmel.
| Raumluft | Taupunkt (etwa) |
|---|---|
| 26 Grad, 50 % Luftfeuchte | 15 Grad |
| 26 Grad, 60 % Luftfeuchte | 17,5 Grad |
| 26 Grad, 70 % Luftfeuchte | 20 Grad |
Deshalb wird die Vorlauftemperatur beim Kühlen meist auf mindestens 18 Grad begrenzt, und viele Anlagen haben einen Taupunktwächter, der rechtzeitig abschaltet. Ein Hygrometer mit Taupunktanzeige zeigt dir, wie nah du an der Grenze bist.

Zeigt in der App Temperatur, Luftfeuchte und Taupunkt, damit du weißt, wie kalt der Boden werden darf.
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Senkt die Luftfeuchte an schwülen Tagen, damit die Bodenkühlung länger laufen kann. Mit Anschluss für Dauerablauf.
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- Früh starten. Der Boden reagiert träge. Schalte die Kühlung ein, bevor die Hitzewelle richtig da ist, nicht erst bei 28 Grad im Wohnzimmer.
- Verschatten. Sonne, die gar nicht erst ins Haus kommt, muss auch nicht weggekühlt werden. Außen wirkt Sonnenschutz am besten, mehr dazu unter Dachfenster Hitzeschutz.
- Nachts lüften. Wenn es draußen kühler ist als drinnen, Fenster auf.
- Luft bewegen. Ein Ventilator kühlt nicht, aber der Luftzug fühlt sich auf der Haut mehrere Grad kühler an. Leise Modelle findest du im Ventilator-Test fürs Schlafzimmer.

Ergänzt die Bodenkühlung mit spürbarem Luftzug, braucht dabei nur wenig Strom.
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Passive Kühlung kostet so wenig Strom, dass sie in der Jahresbilanz kaum auffällt. Bei aktiver Kühlung läuft der Verdichter, der Strom dafür taucht in deinem Zähler auf. Wichtig für die Auswertung: Wenn du die Jahresarbeitszahl deiner Anlage ausrechnest, zählt Kühlstrom nicht zur Heizwärme. Trennst du das nicht, sieht die Heizeffizienz schlechter aus, als sie ist.
Prüfe vor dem ersten Sommer, ob die Kühlfunktion bei deiner Anlage freigeschaltet ist und wie die Vorlaufgrenze eingestellt wurde. Viele Regler haben dafür einen eigenen Menüpunkt. Bei Unsicherheit stellt der Fachbetrieb das bei der nächsten Wartung ein, zusammen mit dem Taupunktwächter.
Häufige Fragen
Kann jede Wärmepumpe kühlen?
Nein. Passive Kühlung geht nur mit Erdsonde oder Grundwasser. Aktive Kühlung braucht eine reversible Wärmepumpe, die ihren Kreislauf umkehren kann. Ob deine Anlage das kann und freigeschaltet ist, steht in der Anleitung oder weiß dein Fachbetrieb.
Wie viel kühler wird es mit der Wärmepumpe?
Mit passiver Kühlung laut Viessmann etwa 3 Grad, aktiv etwas mehr. Eine Fußbodenheizung kühlt angenehm sanft, ersetzt aber keine Klimaanlage bei großer Sonneneinstrahlung.
Ist Kühlen mit der Fußbodenheizung schädlich?
Nicht, solange der Boden über dem Taupunkt bleibt. Dafür begrenzt die Anlage die Vorlauftemperatur und schaltet mit einem Taupunktwächter ab. Ohne diese Sicherung kann sich Feuchtigkeit auf dem Boden bilden.
Kühlen Heizkörper mit der Wärmepumpe?
Kaum. Heizkörper haben wenig Fläche und würden bei kühlem Wasser schnell Kondenswasser ansetzen. Für Räume mit Heizkörpern ist ein Split-Klimagerät sinnvoller.
Fazit
Mit Erdsonde oder Grundwasser ist passive Kühlung fast ein Gratis-Extra, das spürbar ein paar Grad bringt. Aktive Kühlung kühlt stärker, kostet aber Strom. In beiden Fällen gilt: früh einschalten, gut verschatten und den Taupunkt im Blick behalten. Gegen ein aufgeheiztes Dachgeschoss mit Heizkörpern hilft eher ein Klimagerät.